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Ururoma Inga aus Schweden August 2, 2008

Posted by oldoerpancestors in Meine eigenen Vorfahren - my own ancestors.
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Ein Teil von mir ist schwedisch. Welcher nun genau, weiß ich auch nicht. Aber das „Wikingerblut“ steckt in mir :-) Wir wussten bisher nur, dass meine Ururoma, also die Oma meiner Oma aus Schweden kam. Sie war ausgewandert nach Deutschland während der großen Auswanderungswelle aus Schweden und landete in der Region Schönberg / Mecklenburg. Dort traf sie meinen Ururgroßvater. Über den ich leider auch nichts wusste. Es wird berichtet, dass man im Winter Probleme hatte, weil die Wölfe über das Eis auf die Schären kamen. Diese Geschichte hat ihre Tochter, also meine Uroma immer meinem Vater erzählt. Viel mehr weiß man auch nicht in der Familie. Nur den Namen Inga Persdotter.

Ein kurzes googlen liess mich verzweifeln. Aufgrund des schwedischen Namenssystems vergangener Jahrhunderte gab es etliche, wohlmöglich sogar hunderte Inga Persdotter. Diese Spur führte mich nicht weiter. Dann fand ich bei meiner Tante eine alte Bibel aus Schweden, gedruckt in Göteborg, die Inga Persdotter gehört hat. Darin las ich neben dem Namen der Besitzerin ein Datum: född 2. März 1858. Ihr Geburtsdatum. Irritierenderweise steht dort in Kinderschrift Inga Pärson. Wieso -son? Sie müsste -dotter heißen nach dem Schwedischen Namenssystem zu damaliger Zeit. Wieder gegoogelt. Nichts gefunden. Auch nicht das wiederholte suchen im Ortsfamilienbuch der Region Schönberg, wohin sie aus Schweden auswanderte, half mir weiter. Online gab es nichts über sie. Auch die schwedische Datenbank – online und kostenpflichtig per Kreditkarte – war für mich kein Ziel. Wie sollte ich sie unter all den anderen Inga Persdotter da finden? Ich müsste das ganze Land durchsuchen. Das könnte ewig dauern. 

Auf weibliche Linien wird in der Ahnenforschung eigentlich nicht so viel wert gelegt, mag man den Eindruck haben, aber in diesem Falle lege ich eine Menge wert drauf. Ich wollte gerne wissen, wo sie herkam. Wenn ich schon ihre Spur hier in Deutschland nicht verfolgen konnte, wollte ich wenigstens wissen, wo sie herkam. Ich würde mir gerne die Gegend dort einmal ansehen. Ich bin urlaubstechnisch gesehen skandinavophil. Da kann man doch mal seine Pläne dementsprechend gestalten. Doch dazu fehlten mir die Informationen.

Ein Tipp meiner Cousine Sara brachte mich dann darauf, eine Verwandte in Lübeck zu fragen. Wenn einer etwas wissen konnte, dann sie. Wieso war ich da eigentlich nicht eher drauf gekommen? Und Tante Edith war trotz eines angeschlagenen Gesundheitszustands so lieb mir einen kurzen Brief zu schreiben und 3 wichtige Dinge beizulegen: Abschriften von Urkunden, in denen das stand, wonach ich so lange suchte: Namen, Daten, Orte. Ich kann gar nicht sagen, wie groß meine Freude über diese 3 Kopien ist. Ich war beim Anblick sprachlos. Liebe Tante Edith, ich bin dir so überaus dankbar! Du hast keine Ahnung, was für eine große Überraschung das für mich war. Ich wünsche dir auch von dieser Stelle aus gute Besserung!

Damit habe ich einen weiteren Baustein, und wie ich finde einen für mich persönlich sehr wichtigen Baustein, für das Mosaik meiner Vorfahren. Wir werden nach Schweden fahren. Zeitpunkt noch unklar. Zielort bereits festgelegt. Ich werde sehen, wo sie lebten, welche Gegend Ururoma Inga verließ um als Dienstmädchen nach Deutschland zu gehen, auf welchen Schären die Wölfe umhergeisterten. Mein „Wikingerblut“ kriegt sozusagen eine Frischzellenkur an schwedischer Luft verpasst. Wer weiß, wenn die da Ärzte suchen… ;-)

Hier sind die Daten, die ich aus dem Brief von Tante Edith aus Lübeck habe

aus der Abschrift der Übersetzung des Kirchenbucheintrags der ev.-luth. Gemeinde Aryd* in Blekinge Lehen** (Schweden): Inga, geboren am 2. März 1858, getauft am 10. März in der Gemeinde Aryd, Tochter des Kätners Per Johnsson, geb. in der Gemeinde Aryd am 21. und getauft am 25. November 1819, und seiner Ehefrau Kjersti Mansdotter, geb. in der Gemeinde Aryd am 5. und getauft am 9. Januar 1821.

In Lübseerhagen heiratete am 22. Januar 1889 das Dienstmädchen Inga Persdotter, wohnhaft auf Hof Menzendorf den Arbeitsmann August Heinrich Adolph Upahl, ebenfalls wohnhaft auf Hof Menzendorf – so stehts in der Bescheinigung der Eheschließung. (Deutschland, Kreis Nordwestmecklenburg)

Aus der Sterbeurkunde von August Heinrich Adolph Upahl, geboren zu Dorf Lockwisch, geht hervor, dass er im Alter von 76 Jahren am 12. September 1921 um 6.00 Uhr in Schönberg in der Wohnung des Schwiegersohnes Ludwig Bibow verstarb. (Deutschland, Kreis Nordwestmecklenburg)

Damit sind dann viele Fragen geklärt. Inga hieß also doch Persdotter (Eheurkunde). Und sie kam aus Aryd in der Region Blekinge (auf die Karte geguckt: östlich von Karlshamn) in Schweden. Womit wie gesagt feststeht, wo es mal im Urlaub hingeht. Und ich weiß, wie der Ehemann hieß.

Damit tauchen aber auch viele Fragen auf. Wenn die Sterbeurkunde von August Heinrich Adolph Upahl aus dem Sterberegister im Standesamt Schönberg ist, müsste doch auch der Pastor der Kirchgemeinde das eingetragen haben. Oder? Und demzufolge müsste es auch im Ortsfamilienbuch online sein, oder? Oder nicht? Wer ist August Heinrich Adolph Upahl, seine Eltern und Vorfahren, seine Geschwister? Der Namen Upahl ist sehr selten in Deutschland. Kann es sein, dass er zeitweise mit Inga auch zurück ging nach Schweden wo evtl. Alma Upahl geboren wurde? Wie komme ich jetzt am einfachsten an die schwedische Datenbank, wenn ich meine Kreditkartennummer nicht online angeben will?

 

* Aryd wird in der Übersetzung auch Äryd geschrieben. Auf Schwedisch kommt über das A ein kleiner Kreis. Aryd gehört heute zur Kommune Karlshamn und war früher eine eigene Kirchengemeinde (församling).

** Blekinge Lehen heißt im Schwedischen Blekinge Län und ist eine Region in Südschweden (Götaland)

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